{"id":552,"date":"2026-03-02T08:47:00","date_gmt":"2026-03-02T08:47:00","guid":{"rendered":"https:\/\/aha-musik.de\/?p=552"},"modified":"2026-03-02T08:56:53","modified_gmt":"2026-03-02T08:56:53","slug":"etuedensammlung-fuer-klavier","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aha-musik.de\/index.php\/2026\/03\/02\/etuedensammlung-fuer-klavier\/","title":{"rendered":"Et\u00fcdensammlung f\u00fcr Klavier"},"content":{"rendered":"\n<p><br>Et\u00fcden \u2013 kaum eine Werkart vereint so viel Begeisterung und Abneigung in sich. Das liegt nicht unbedingt an den St\u00fccken an sich, sondern oft an der Art und Weise, wie sie im Unterricht genutzt werden. Aber es soll hier im Beitrag gar nicht um klavierp\u00e4dagogische Erw\u00e4gungen gehen, sondern um einen bei Peters (geh\u00f6rt nun zu Faber Music) neu erschienenen Sammelband mit Et\u00fcden von <strong>Komponistinnen<\/strong> (Edition Peters EP 20043).<br><br>\u00dcber die Et\u00fcden op. 50 von Louise Farrenc habe ich hier schon einmal <a href=\"https:\/\/aha-musik.de\/index.php\/2025\/07\/28\/louise-farrenc-25-etudes-faciles-op-50\/\" data-type=\"post\" data-id=\"378\">geschrieben<\/a>.<br><br>Kennengelernt hatte ich diese Werke durch <a href=\"https:\/\/www.eva-meitner.de\/home\">Eva Meitner<\/a>. Sie befasst sich seit geraumer Zeit mit Klavierwerken und auch mit Et\u00fcden von Komponistinnen und ist die Herausgeberin des neuen Sammelbands mit 42 Et\u00fcden f\u00fcr \u201emittleres bis fortgeschrittenes Niveau\u201c von 16 Komponistinnen. Die Zeitspanne reicht dabei vom 18. bis ins 20. Jahrhundert.<\/p>\n\n\n\n<p>Vertreten sind<\/p>\n\n\n\n<p>Agathe Backer Gr\u00f8ndahl (1847-1907)<br>Mathilde Berendsen Nathan (1857-1926)<br>Marie Bigot (1786-1820)<br>Mel Bonis (1858-1937)<br>Teresa Carre\u00f1o (1853-1917)<br>C\u00e9cile Chaminade (1857-1944)<br>Louise Farrenc (1804-1875)<br>Fanny Hensel (1805-1847)<br>Marie Ja\u00ebll (1846-1925)<br>Kate Loder (1825-1904)<br>Henriette-Caroline Mennechet de Barival (1813-1861)<br>H\u00e9l\u00e8ne de Montgeroult (1764-1836)<br><a href=\"https:\/\/aha-musik.de\/index.php\/2025\/10\/20\/florence-price-orgel-und-klavier\/\" data-type=\"post\" data-id=\"450\">Florence Price<\/a> (1887-1953)<br>Clara Schumann (1819-1896)<br>Maria Szymanowska (1789-1831)<br>Elizabeth Turner (gest. 1756)<\/p>\n\n\n\n<p>Ich hatte ja schon den ein oder anderen Sammelband in der Hand und nicht alle hielten, was sie versprachen.<br>Dieser Sammelband entt\u00e4uscht nicht! Er ist eine wunderbare Schatzkiste. Hervorragend aufbereitet, mit vielen Informationen sowohl zu den Komponistinnen als auch zu den Werken selbst. Gute Bl\u00e4tterstellen (das ist beileibe nicht selbstverst\u00e4ndlich, leider) und ein gut zu lesendes Satzbild.<\/p>\n\n\n\n<p>Und am Ende des Bandes sind alle Et\u00fcden noch einmal aufgelistet nach Themenfeldern. Ich kann also ganz leicht eine Et\u00fcde f\u00fcr Tonleitern finden, f\u00fcr Spr\u00fcnge, f\u00fcr Oktaven, f\u00fcr Artikulation, Arpeggien und so weiter. Da steckt sehr viel Arbeit und Herzblut drin und ich bin ausgesprochen froh dar\u00fcber, dass Eva sich dieser Aufgabe gestellt hat und mit dem Et\u00fcdenband eine wirklich empfehlenswerte Sammlung f\u00fcr Klavierlehrende und Lernende herausgegeben hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich schrieb eingangs, es solle in diesem Beitrag nicht um klavierp\u00e4dagogische Erw\u00e4gungen gehen. Aber ein paar Worte m\u00f6chte ich dazu doch sagen. H\u00e4ufig werden Et\u00fcden nur als M\u00f6glichkeit gesehen, die Finger zu bewegen. Klavierspiel ist jedoch weit mehr als das. Wir brauchen die Finger, H\u00e4nde, den Arm, den K\u00f6rper, keine Frage, aber wir brauchen auch unsere Ohren und unseren Kopf. Das, was wir musikalisch ausdr\u00fccken wollen, beeinflusst, wie wir die Tasten ber\u00fchren. Ein Klavier ist keine Schreibmaschine und wir wollen Klavier spielen und nicht \u201eKlavier arbeiten\u201c. Die klangliche Gestaltung geht mit der Spieltechnik Hand und Hand. \u00dcbrigens von Anfang an und nicht erst &#8222;wenn die Technik klappt&#8220;!<\/p>\n\n\n\n<p>Die Et\u00fcden, die Eva f\u00fcr diesen Sammelband ausgew\u00e4hlt hat, sind allesamt musikalisch hochwertig und laden dazu ein, eben nicht nur die Finger \u00fcber die Tasten laufen zu lassen, sondern auch an Klangvorstellung und Ausdruck zu arbeiten: zu musizieren. <\/p>\n\n\n\n<p>Eva beschreibt im Vorwort ihren pers\u00f6nlichen Zugang zu den Et\u00fcden und wer mit dem Band arbeitet, sollte stets genau hinh\u00f6ren und sp\u00fcren, wie sich das jeweilige St\u00fcck anf\u00fchlt. Keinesfalls sollte so ge\u00fcbt werden, dass Verspannungen oder gar Schmerzen entstehen. Nicht jedes St\u00fcck liegt direkt gut in der Hand, manche Herausforderung will gemeistert werden, und nicht alles muss sofort klappen. Eine Et\u00fcde wieder wegzulegen und sp\u00e4ter erneut aufzugreifen ist durchaus erlaubt! <\/p>\n\n\n\n<p>\u201eGrundlegendes Et\u00fcdenrepertoire f\u00fcr Klavier\u201c ist der Untertitel des Sammelbands und ich finde, er geh\u00f6rt in jedes Regal von Klavierspielenden, und nat\u00fcrlich aufs Notenpult.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Et\u00fcden \u2013 kaum eine Werkart vereint so viel Begeisterung und Abneigung in sich. Das liegt nicht unbedingt an den St\u00fccken an sich, sondern oft an der Art und Weise, wie sie im Unterricht genutzt werden. 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