Blockflötenvergnügen – „Flow“ Ensemblespieltag

So gern ich selbst Workshops konzipiere und leite, Konzertprogramme entwickle und aufführe, dirigiere und unterrichte, manchmal brauche und genieße ich es, einfach „nur“ Teilnehmerin sein zu dürfen und da kam die Einladung zum Blockflöten-Ensemblespieltag meiner geschätzten Kollegin Jutta Hahn genau richtig. Jutta leitet in Bad Vilbel zwei Ensembles (Windspiel und Klangholz) und wir kennen uns über die Dekanatskirchenmusiktreffen.
Und wie hätte ich zum Programm auch nein sagen können: Mit „Flow“ war der Tag beschrieben, Stücke rund um das Thema Wasser aus verschiedenen Epochen sollte es geben und alles gab es zur Genüge. Zu meiner großen Freude spielten wir nicht nur „Raindrops“ von Sylvia Corinna Rosin (geb. 1965), sondern auch weitere Werke von Komponistinnen.

Von der Sopranino bis zum Subbass war im Ensemble jede Blockflötengröße vertreten und Jutta gelang es durch ihre zugewandte, präsente Art innerhalb von kurzer Zeit einen wunderbaren Klangkörper zu schaffen. Intonation ist bei Blockflöten ja so ein Thema, aber dank Juttas einleuchtenden Erklärungen und Hinweisen „groovten“ wir uns schnell ein. Die tollen Aufwärmübungen, die spannende Stückauswahl, der schöne Raum und vor allem das klare Dirigat machten den Tag für mich zu einem Erlebnis, das mir lange in Kopf und Herz bleiben wird.

Ich habe viel gelernt und mich auch ein ganzes Stück aus meiner Komfortzone herausgewagt mit der Übernahme der einzeln besetzten Sopranino-Stimme bei „Raindrops“. Meine innere Perfektionistin hatte natürlich das ein oder andere zu beanstanden, aber da ich jetzt weiß, was ich für künftige Workshops noch üben kann, bin ich durchaus mit mir zufrieden. Und mit der Wahl meiner Instrumente ebenfalls. Ich hatte mich für meine Schneider Altblockflöte aus Kirsche entschieden, die sich, wie ich fand, sehr schön in den Ensembleklang mischte. Die Olivenholz-Sopranino und mein neuer Olivenholz-Tenor, beide von von Kobliczek/Hammann, bereiteten mir auch viel Freude. Meine Bassblockflöte blieb tatsächlich in der Tasche, denn es gab so viele Liebhaber*innen der tiefen Register, dass ich mich eher nach oben orientierte.

Ich hoffe, dass ich beim nächsten Mal wieder dabei sein kann! Und wer das jetzt liest und sich denkt, hm, könnte das vielleicht auch etwas für mich sein? Ganz sicher, wenn du Blockflöten magst und selbst einigermaßen sicher spielst und auch vorm Blattspiel keine Angst hast und wenn du einmal in einer großen Gruppe spielen möchtest unter erfahrener Leitung. Es gab sogar die Möglichkeit, einmal von der gewohnten Sopranblockflöte auf einen Sigo-Tenor zu wechseln, was manche auch genutzt haben.
Das alles in einem angenehmen Ambiente (mit leckerem Kaffee), kurz gesagt, ein absolut lohnender Tag!


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