Barbara Heller

Am 6.11.1936 wurde die Komponistin, Pianistin und Pädagogin Barbara Heller in Ludwigshafen am Rhein geboren.
Sie studierte Musik in Mannheim und München. Verschiedene Stationen schlossen sich an und seit 1963 lebt sie in Darmstadt. Eine ausführliche Biografie findet sich auf ihrer Website.
Ihre Werke sind bei Furore und bei Schott erschienen und dort gibt es jeweils Texte zu ihrem Leben und ihrer Arbeit.

1979 wurde der Internationale Arbeitskreis Frau & Musik gegründet, der heute das Archiv Frau & Musik in Frankfurt betreibt. Barbara Heller war Gründungsmitglied und einige Jahre im Vorstand tätig. Ich durfte sie vor einigen Jahren auf einer Mitgliederversammlung des Vereins kennenlernen und freue mich darauf, sie am 9.11.2026 zum Konzertabend in der Aula der hoffmanns höfe in Frankfurt wiederzusehen.

Einer der Schwerpunkte von Barbara Hellers Kompositionsarbeit ist die Klaviermusik. Einen Beitrag über einige meiner Lieblingsstücke zum Selbstspielen und im Unterricht werde ich bei Gelegenheit hier veröffentlichen. Heute möchte ich mich auf ihre Orgelmusik konzentrieren.

Bereits 1998 entstand der Liederzyklus „Nun sind die Kraniche längst im Süden“ für Sopran bzw. Mezzosopran und Klavier bzw. Orgel oder B.c.

2005 (?) erschien der Sammelband „Frauen komponieren – 22 Orgelstücke aus dem 19. und 20. Jahrhundert“, herausgegeben von Barbara Heller und Lucia Schnellbacher. Darin auch zwei Stücke von Barbara Heller: „Notte di maggio – Mainacht“ und „Persisches Lied“.

Die Mainacht, ursprünglich Teil des Liederzyklus „Come una colomba – Wie eine Taube“ (1998), wurde von Barbara Heller für den Sammelband in ein neues Klangbild umgesetzt. Das Werk ist spieltechnisch nicht allzu schwer und lässt sich auch auf einmanualigen Instrumenten mit einem Umfang bis e’‘‘ (E6) darstellen. Der Tonumfang im Pedal ist überschaubar, C bis Fis (C2 – F#2), es werden die Töne Des und Es benötigt, d.h. historische Instrumente sind möglicherweise nicht ideal für die Mainacht.

Für das „Persische Lied“ sind zwei Manuale und ein mindestens 25-töniges Pedal erforderlich. Im Sammelband gibt es einen Registrierungsvorschlag; wichtig ist vor allem, den Litanei-Charakter klanglich herauszuarbeiten. Dabei hängt viel vom jeweiligen Instrument und den räumlichen und akustischen Gegebenheiten ab. Ein Werk, das spieltechnisch nicht schwierig ist, dafür umso mehr Gestaltungs- und „Ohren“-Arbeit verlangt.

2013 starb Elke Mascha Blankenburg, und im Andenken an sie schrieb Barbara Heller den „Choral“ für Orgel, den es auch in einer Fassung für Klarinette und Orgel gibt.

Am 17.11.2013 wurde der Choral in der Auferstehungskirche in Fürth aufgeführt. Die Registrierung ist in der Notenausgabe enthalten. Das Werk erfordert eine große Orgel mit mindestens zwei, eher drei Manualen, Schwellwerk und einem mindestens 30-tönigen Pedal und Manual bis g’‘‘ (G6). Der Choral ist in verschiedene Abschnitte unterteilt und die Möglichkeiten der klanglichen und dynamischen Kontrastierung machen das Stück besonders reizvoll.

Im Werkverzeichnis wird außerdem das Stück „Luftspuren“ für Klarinette und Orgel oder Klavier genannt, das zum Zeitpunkt dieses Blogbeitrags jedoch nur als Manuskript vorliegt und m.W. unveröffentlicht ist. Die „Luftspuren“ für Trompete und Klavier sind bei Schott erschienen.

Die Beschäftigung mit Barbara Hellers Musik lohnt sich immer. Wer ein Melodieinstrument wie z.B. Blockflöte spielt, dem sei das Hundertmelodienbuch wärmstens empfohlen.

Zum Lesen und Betrachten mag ich vor allem „Perpetuum. Mein Leben durch Musik. Ein autobiografisches Werkbuch“ (erschienen 2023 im wolke Verlag), aber auch „Begegnungen mit Barbara Heller“, herausgegeben von Ulla Levens anlässlich des 70. Geburtstags der Künstlerin.

Am 31. Oktober wurde Barbara Heller im Deutschlandfunk vorgestellt (Audio, 43 Minuten).

Alles Gute zum Geburtstag, Barbara Heller!


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