Susanne Lemcke (1930-2014) ist eine jener komponierenden Kirchenmusikerinnen, die ich beim Stöbern in den Notenbänden entdeckte, die sich im Laufe der Jahre rund um „die „meine“ Orgel herum angesammelt haben. Die Familie meiner Vorgängerin an der Orgel hatte nach ihrem Tod der Gemeinde die Noten überlassen, die sie im Rahmen ihrer Tätigkeit angeschafft hatte, und darunter finden sich einige bekannte und viele eher unbekannte Werke und Komponist*innen.
So auch Susanne Lemcke. Ich fand ansprechende und leicht spielbare Orgelstücke von ihr in der Sammlung „Leichte freie Orgelstücke für den gottesdienstlichen Gebrauch“, 1965 erschienen bei Merseburger (und heute noch erhältlich) und herausgegeben von Hans Borlisch (1909-1979), Kirchenmusikdirektor in Neustrelitz. Darin enthalten sind folgende Werke von ihr: Präludium in Es, Präludium in F, Fuge in G und Ciacona in g.
Susanne Lemcke hat außerdem Vokalwerke komponiert, und bisher habe ich über sie, über ihr Leben und ihre Ausbildung nicht viele Informationen finden können. Was ich zu wissen glaube, ist, dass sie Kirchenmusikdirektorin in Gadebusch in Mecklenburg-Vorpommern war, und ihr Todesjahr habe ich anhand eines Artikels über eine kirchenmusikalische Veranstaltung herausgefunden. Wenn also jemand mehr über sie weiß: ich nehme alle Hinweise dankbar an!
Nachtrag am 7.9.2026: vielen Dank an Dick Troost, der sich bei mir gemeldet hat und berichtet, dass er Susanne Lemcke bei der Tagung der Mitteleuropäischen Kontakte für evangelische Kirchenmusik im Løgumkloster in Dänemark (23.-27. Juni 1980) getroffen und mit ihr über ihre Arbeit als Kirchenmusikerin in der DDR gesprochen hat. Wir können uns heute kaum noch vorstellen, unter welch widrigen Umständen die Kolleginnen und Kollegen damals gearbeitet haben, nicht nur in der DDR, sondern z.B. auch in Ungarn. Dick Troost schreibt: „Menschen die tatsächlich in der Kirche arbeiteten, wurden auf jede erdenkliche Weise behindert. Das wurde mir beispielsweise bei meinen damaligen Besuchen und Konzerten in der DDR und in Ungarn immer wieder deutlich.“
Ich möchte die Erinnerung daran lebendig halten, und auch noch einmal einladen, mich zu kontaktieren, wenn es weitere Informationen zu Susanne Lemcke gibt.