Juliette Graves Adams – Mrs. Crosby Adams, Klavierpädagogin


Juliette Graves Adams, auch bekannt als Mrs Crosby Adams, wurde am 25.März 1858 in Niagara Falls, New York, USA geboren.

Sie begann im Alter von sieben Jahren, Klavier zu spielen und arbeitete später als Klavierlehrerin und Organistin. Ihr letztes Konzert gab sie im stolzen Alter von 92 Jahren. Juliette Crosby Adams starb 1951 und hinterließ eine umfangreiche Sammlung u.a. an Klavierstücken für den Unterricht, die sich in der Crosby Adams Collection der L. Nelson Bell Library am Montreat College befinden.

Einige Werke sind auch bei IMSLP zum Download verfügbar und ich stelle diese hier im Hinblick auf den Klavierunterricht vor. Da ich regelmäßig höre oder erlebe, dass Klavierlernende im Unterricht keine Stücke von Komponistinnen zu hören oder zu spielen bekommen, „weil es ja nichts gibt, das gut ist“, hoffe ich, durch meine Beiträge hier mit diesem Vorurteil ein wenig aufräumen zu können und Beispiele zu nennen, die sich hervorragend für den Unterricht eignen. Dass Mrs. Crosby Adams die kleinen und großen Schwierigkeiten beim Klavierlernen gut kannte, zeigt sich in ihren Stücken sehr deutlich.

Besonders gern mag ich op. 13: „Four Duets for two beginners“, eine Sammlung kleiner vierhändiger Stücke, bei denen sowohl primo als auch secondo so leicht ist, dass die Stücke z.B. von zwei Lernenden gemeinsam gespielt werden können. Musikalisch sehr hübsch und wunderbar für Vorspielnachmittage oder -abende.

Die „Sketches“ op. 1 sind eine Sammlung von fünf kleinen Stücken, die 1894 veröffentlicht wurden und klangvolle Titel tragen wie „Dance of the marionettes“ (Tanz der Marionetten) oder „What the bells say“ (Was die Glocken erzählen). Es geht Mrs Crosby Adams stets um viel mehr als reine Spieltechnik, sondern vor allem auch um den Klang und darum, dass die Lernenden dafür sensibilisiert werden. So schreibt sie im Vorwort zu den Sketches: „The pieces should all be played with a beautiful singing tone and the pupil should be taught to listen to the effect produced.“ (Die Stücke sollten alle in einem schönen gesanglichen Ton gespielt werden und der*die Schüler*in sollte gelehrt werden, auf den erzeugten Klang zu hören.)

Die „Four little Wrist Studies“ op. 6 sind kleine Etüden für ein flexibles Handgelenk und sollen auf das Spiel großer Intervalle wie Oktaven vorbereiten.

Die „Barcarolle“ op. 2, 1908 veröffentlicht, trägt den Untertitel „A Pedal Study“ (eine Pedalstudie) und auch in diesem Stück wird der „singing tone“ betont, mit dem die Melodie zu spielen ist.

Ohne Pedal zu einem „perlenden Klang“ zu gelangen ist das Ziel des „Finger Solfeggio“ op. 18. Das Stück kann meiner Meinung nach auch an einzelnen Stellen mit Pedal gespielt werden, um die Unterschiede im Klang zu verdeutlichen. Je nach Instrument und Unterrichtssituation kann das sinnvoll sein oder auch eher nicht. Um mit Mrs. Crosby Adams zu sprechen: am besten das Ohr entscheiden lassen.

Ein hübscher kleiner Marsch, der sich auch gut für Vorspiele eignet, ist op. 8 Nr. 3, der „Pussy Willow March“ in F-Dur.

Für das Spiel auf den Obertasten und um die Sorge vor Vorzeichen zu nehmen gibt es in op. 20, „3 Piano Duets in Unfamiliar Keys“ das vierhändige Stück „Peter Pan“, sowohl in Fis-Dur als auch in Ges-Dur notiert.

Die hier vorgestellten Stücke waren im März 2026 bei IMSLP online. Sollten im Laufe der Zeit weitere Werke hinzukommen oder neu aufgelegt werden, werde ich diesen Beitrag entsprechend aktualisieren. Gerne nehme ich auch Hinweise entgegen!


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